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Was wäre wenn, ist eine sehr wichtige Frage

13. März 2024

André van der Linden 5 1

In dieser Kolumnenserie lassen wir die Direktoren und Manager von Royal FloraHolland zu Wort kommen. In dieser Kolumne spricht unser CIO André van der Linden über (mögliche) Störungen und wie man sich auf sie einstellen kann.

Medienberichte über Netzausfälle oder örtlich begrenzte Stromausfälle erscheinen häufiger als früher. Ein Ausfall von Instagram oder WhatsApp ist für manche Leute sehr ärgerlich, aber auf Unternehmensebene in der Regel nicht unmittelbar schädlich. Ein Stromausfall machte sich letztes Jahr bemerkbar, als Aalsmeer-Zuid im Vorfeld des Muttertags gegen 7 Uhr morgens von einer Stromstörung betroffen war. Wir haben die Versteigerung dann notgedrungen bis 8.00 Uhr morgens ausgesetzt. Viele werden denken, „das wird schon nicht so schlimm sein.“ Dennoch halte ich es für ratsam, sich Gedanken darüberzumachen, welche Auswirkungen ein längerer Ausfall auf die eigenen kritischen Geschäftsprozesse haben könnte. Die Erfahrung zeigt, dass immer etwas schiefgehen kann, sei es durch technisches Versagen, einen Cyberangriff oder einen menschlichen Fehler. Dies ist leider unvermeidlich. In meiner Rolle als CIO bin ich mir dessen sehr bewusst. Die erste Frage dabei lautet: „Was haben Sie selbst in der Hand, wo sind Sie auf Fremdsysteme angewiesen und welche Alternativen können Sie bereits selbst vorbereiten?“

Portal für Notfälle
Während des Stromausfalls in Aalsmeer-Oost eilten einige Käufer zum Gebäude der Royal FloraHolland auf der anderen Straßenseite, weil es dort Strom gab. Andere waren vorbereitet und nutzten Notstromaggregate. Wenn Sie die Cloud nutzen, können Sie über einen anderen PC weiterarbeiten, wenn Ihr eigener Computer ausfällt. Auf diese Weise minimieren Sie die Auswirkungen auf Ihr Unternehmen, wenn etwas schiefgeht. Dies gilt nicht nur für die Verwaltungsprozesse, sondern auch für die operativen Vorgänge. Wenn Sie Ihren eigenen Klimacomputer im Garten fernsteuern können, bedeutet das, dass Außenstehende das Gleiche tun können, wenn keine Sicherheitsvorkehrungen getroffen wurden. Längst nicht jeder Gärtner hat die Standardeinstellungen angepasst und verwendet z. B. ein sicheres Passwort. Dies zeigt, wo mögliche Schwachstellen liegen.

Natürlich schauen wir uns auch umfassend unsere eigenen Geschäftsprozesse an. Bei unseren technologischen Entwicklungen verfolgen wir eine Strategie der maximalen Unabhängigkeit, der modularen Entwicklung und der Entkopplung von Systemen. Floriday spielt dabei eine immer wichtigere Rolle. Immer mehr Gärtner und Käufer nutzen Floriday für ihre täglichen Geschäftsprozesse. Die wachsende Abhängigkeit und die damit verbundene Verantwortung verlangen nach einer Alternative, falls es einmal zu einem großflächigen Stromausfall kommen sollte. Denken Sie dabei an das kaum vorstellbare Szenario, dass die öffentliche Cloud, in unserem Fall die von AWS, ausfällt. Daher wurde ein Notfallportal in einer anderen Cloud eingerichtet, das den Gärtnern begrenzte, aber lebenswichtige Funktionen für die beiden Kernprozesse der Plattform bietet: die Anlieferung für den Uhren- und den Direkthandel. Wir hoffen, dass wir sie nie einsetzen müssen, aber wir sind auf das Unvorstellbare vorbereitet.

Vitale Infrastruktur für die Zierpflanzenbranche
Mit Floriday entwickelt sich eine Branchenplattform mit immer mehr Funktionen. Dies bringt eine große Verantwortung mit sich. Denn die gesamte Kette muss sich blind auf diese Plattform verlassen können. Für die Zierpflanzenzucht wird Floriday immer mehr zu einer essenziellen Infrastruktur, die es uns ermöglicht, die Kette im Interesse der gesamten Branche effizienter zu gestalten. Darunter fällt beispielsweise eine erleichterte Angabe von Nachhaltigkeitsinformationen, die in der Kette immer häufiger verlangt werden, wie die künftig verlangten Informationen über den ökologischen Fußabdruck und Verpackungsdaten. Durch den Einsatz neuer Technologien wie API-Verknüpfungen können wir diese über Floriday freischalten. Die bestehenden alten Techniken wie die VMP-Links, Florecoms usw. sind für diesen Zweck völlig ungeeignet. Denken Sie auch an die EAB, die jetzt zum Beispiel für die Anlieferung zum Uhrenhandel noch verwendet wird. Wir werden sie bis 2025 ganz abschaffen.

Angesichts der zunehmenden Bedeutung von Floriday ist es ganz entscheidend, dass der Betrieb von Floriday nicht unterbrochen wird. Wir sind uns jedoch darüber im Klaren, dass jede Veränderung innerhalb der digitalen Plattform ein Risiko für Störungen darstellt. Wir haben daher einen Ansatz gewählt, der dies berücksichtigt. Wenn zum Beispiel die Dinge nicht sofort gut laufen, können wir die Änderung schnell rückgängig machen. Wir entscheiden uns auch dafür, kleine Schritte zu machen und zunächst zu experimentieren und bei Bedarf zu korrigieren. Im Bereich der Digitalisierung sind wir ein lernendes Unternehmen.

Für andere Teile der IT-Landschaft, z. B. das IT-Netzwerk, haben wir die Erfahrung gemacht, dass wir in Teilbereichen mehr als früher auf spezialisierte Dienstleister zurückgreifen. Interessanterweise sparen wir dadurch auch erhebliche Kosten. Fachleute sind in der Lage, ein Problem schneller zu lösen. Sie tun dies schneller als Allrounder und so sind die Auswirkungen auf die Geschäftsprozesse geringer. Auch das ist eine Form der Kosteneinsparung.